Die Geschichte der Burg Campen

Die Burg Campen wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt im Zusammenhang mit der Eroberung der Burg durch Herzog Heinrich der Wunderliche und Herzog Albrecht der Feiste. Sie führten eine Auseinandersetzung mit Otto I. als Bischof von Hildesheim und nahmen in der Burg 70 seiner Vasallen fest.
Rekonstruktion_Burg_Campen
Die Burg wurde vermutlich einige Zeit vor ihrer ersten Erwähnung auf einem von zwei Armen des Flüsschens Schunter umschlossenen Werder errichtet, um die Handelsstraße Braunschweig-Altmark zu schützen. Das welfischeDienstmannengeschlecht von Blankenburg, erstmals 1158 bezeugt, wurde mit der Burg belehnt und nannte sich seither nach ihr. Allerdings musste bereits 1326 Ritter Jordan von Campe auf seine Rechte verzichten. In den folgenden Jahrhunderten bis 1512 wechselte die Burg durch Verpfändung durch die Braunschweiger Herzöge wiederholt ihren Besitzer, unter anderem an die von Saldern, von Knesebeck und die Stadt Braunschweig. Wie auch die Beschreibungen von 1654 durch Matthäus Merian bezeugen, ließ Herzog Wilhelm der Jüngere (Braunschweig-Lüneburg) zwischen 1585 und 1596 die Burg zu einer fünfflügeligen Schlossanlage erweitern. Zur Schlossanlage gehörte ein Torhaus, ein Marstall, ein Kavaliershaus, ein Gefängnis und ein Lustgarten. 1706 gelangte das Schloss zum Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel und wurde fürstliches Amtshaus. Die spätere Domäne Campen wurde 1860 von der Gemeinde Flechtorf erworben, aufgeforstet und parzellenweise verpachtet. Ein Gastwirt kaufte 1875 die Burganlage. Auf Betreiben des Braunschweiger NSDAP-Gauleiters Hartmann Lauterbacher pachtete am 1. April 1932 die Hitlerjugend das erhaltene zweigeschossige Hauptgebäude der Burg, um eine "Gauführerschule" als zentrale Schulungsstätte für die HJ-Führerschaft darin einzurichten, die sie nach dem 1923 hingerichteten Freikorpskämpfer "Albert-Leo-Schlageter-Haus" benannte. Nach einer Äußerung von "Reichsjugendführer" Baldur von Schirach handelte es sich dabei um die erste "Führerschule" der HJ überhaupt. Lauterbacher sorgte später maßgeblich für die Ansiedlung der Akademie für Jugendführung der Hitlerjugend in Braunschweig. Ab Mai 1932 fanden in Campen Kurse für je bis zu 40 Teilnehmer aus Hitlerjugend, Jungvolk und Bund Deutscher Mädel statt. Am 8. Januar 1933 wurde die Schule wegen mangelnder Finanzmittel geschlossen. Nach der Machtergreifung 1933 diente Burg Campen zeitweilig weiter als Schulungsort, Tagungsstätte und Unterführerschule der Hitler-Jugend. 1937 wurde sie von der NSDAP erworben. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Burg ins Eigentum des Landes Niedersachsen über. Heute ist sie wieder in Privatbesitz und Wohnhaus.

Quelle: Wikipedia